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Über uns

Was wird Coca-Cola vorgeworfen?

 

Kolumbien

Seit 1990 werden immer wieder gewerkschaftlich tätige Mitarbeiter der Coca-Cola Company von Paramilitärs erschossen. Besonders nach der brutalen Ermordung am 05.12.1996 von Isidro Segundo Gil, Vizepräsident der Gewerkschaft SINALTRAINAL in Carepa/Urubá und Arbeiter bei dem US-amerikanischen Konzern, werden Vorwürfe der Verstrickungen und Kooperationen des Konzerns mit den illegalen Machenschaften kolumbianischer Untergrundorganisationen offensichtlicher und immer wieder thematisiert. Seit der Ermordung Isidros und der erfolgreichen Bedrohung anderer gewerkschaftlich tätiger MitarbeiterInnen verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen bei der Coca-Cola Company deutlich. So sank der Lohn von anfangs 700 US-Dollar auf nur noch etwa 150. Ebenso sind von den 10.000 ehemals unbefristeten Arbeitsverträgen in Kolumbien nun noch lediglich 500 fest. Gerichtsverfahren, die von SINALTRAINAL durch internationale Kooperation mit dem International Labour Rights Found in Atlanta und Bogotá eingeleitet wurden, konnten bisher noch nicht zu einer Umstellung der Unternehmenspolitik der Coca-Cola Company führen.

 

Türkei

Massenentlassungen in Coca-Cola Niederlassungen führten 2005 zu Demonstrationen. Der brutale Eingriff der Polizei wurde scheinbar durch die Betriebsleitung gefordert und gefördert. ?Verlasst die Gewerkschaft und arbeitet weiter; wir -die Coca-Cola Company - lassen keine Gewerkschaftler bei uns arbeiten!? wird der Coca-Cola Vertreter in der Abfüllanlage in Dudullu zitiert. Der International Labour Rights Found leitete aufgrund von Menschenrechtsverletzungen Gerichtsverfahren gegen die Coca-Cola Company ein.

 

Indien

Seitdem 1999 Abfüllbetriebe der Coca-Cola Company in ihren Orten errichtet wurden, klagt die Bevölkerung von Jaipur und Mehdiganj über eine Absenkung des Grundwasserspiegels um bis zu 60 Meter, was vor allem für die bäuerliche Bevölkerung fatale Folgen hat. So brach in der Region Plachimada der Reisanbau - die Hauptnahrungsquelle - praktisch komplett zusammen. Bei der Entsorgung des im Produktionsprozess entstehenden Giftmülls - wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten extrem hohe Dosen von Cadmium und Blei - war die ortsansässige Unternehmensleitung besonders kreativ: Nachdem der Giftmüll zunächst unsachgemäß gelagert wurde und das Grundwasser verseuchte, wurde er später sogar als Dünger an die ansässigen Bauern verkauft. Richterliche Beschlüsse führten zur zeitweiligen Schließung einzelner Standorte sowie dem Verbot des Verkaufs von Produkten der Coca-Cola Company. Dauerhafte Lösungsvorschläge liegen seitens des Unternehmens noch nicht vor.

 

Mexiko

Der damalige mexikanische Präsident Vicente Fox - vormals Vorstandsvorsitzender der Coca-Cola Company - räumte bis 2003 dem US-amerikanischen Unternehmen großzügige Konzessionen zur Wasserförderung - auch in wasserarmen Gebieten - ein. Neben den sozialen Folgen im krisengeschüttelten Chiapas - wie z.B. Streit unter der indigenen Bevölkerung um das knappe Wasser - werden auch die Flüsse verschmutzt, weil dem Unternehmen das Ableiten von Abwässern im Nutzungsvertrag erlaubt wurde. Zahlreiche betroffene Gemeinden haben bereits den Konsum von Coca-Cola verboten.

 
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